Mittwoch, 12. August 2020, 23:42 UTC+1

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Lara Croft: Tomb Raider

Hier könnt ihr die Kritiken diverser Fans nachlesen. Ihr könnt auch gerne eure eigene Kritik einschicken:
submission @ tombraidergirl.com

Janas Kritik:

Ich sollte direkt voraussagen, daß sich meine Meinung über den Film mehrere Male geändert hat.

Anfangs war ich nicht sehr begeistert, daß Angelina Jolie die Rolle bekommen hat, ich habe mir da immer bessere Besetzungen vorgestellt. Also bin ich voreingenommen ins Kino gegangen. Und dann kam das, was ich mal wieder befürchtet hatte. Ich kenne Lara eigentlich immer mit einem leichten Rotstich in den braunen Harren. Aber nein, im Film sind sie schwarz. Es wäre eine Kleinigkeit gewesen, das zu ändern.

Nun gut, wo wir nun schon im Kino sind, schauen wir uns den Film doch einfach an. Ich muss zugeben, Angelina hat die Kampfszenen am Anfang sehr schön gemeistert. Im Nachhinein vielleicht doch gar keine so schlechte Besetzung.

Aber zur Story: Der Film beginnt bei einer Trainingseinheit in Lara's Haus. Ein sehr schöner Einstieg, wie man es auch aus den ersten drei Spielen kennt.

Der erste Tiefpunkt kommt, als sich die Kiddies um uns herum bei der Duschszene mit wildem Gegröhle outen. Peinlich. Nagut, die wechselnde Oberweite von Lara und das BOAHHH von hinter uns mussten ignoriert werden. Außerdem war Lara's Butler leider nicht derselbe, den man aus den Spielen kennt, was man am Alter sofort erkennen konnte. Wieder ein Minuspunkt. Wohingegen Bryce der Computerfreak ein sehr interessanter Charakter ist, der auch sehr gut dort hinein passt.

Es ging auch gar nicht so schlecht weiter, auch wenn kleinere Unstimmigkeiten mit den Stories aus den Spielen auftraten. (z.B. der Name von Laras Vater im Spiel Lord Henshingly Croft, im Film Lord Richard Croft) Erst taucht eine Uhr auf, deren Herkunft es zu klären gilt, und schon befindet man sich mitten im Abenteuer, auf der Suche nach 2 Artefakten. So weit so gut, in Kambodscha werden wirklich mal "Gräber geplündert" und Artefakte eingesammelt, man kämpft gegen lebendig werdende Statuen. Genau wie im Spiel. Pluspunkte.

Ab hier wurde es schlechter. Mittendrin noch eine Duschszene von Laras männlichem Gegenpart Alex West. Hätte die Reihe hinter uns das vorher gewusst und unter der Dusche nicht wieder Lara vermutet, hätten sie wohl geschwiegen. ;-) So hatten auch wir mal unseren Spaß.
Noch eine kleine Anmerkung: Alex West erinnert mich sehr an Chase Carver aus der Comic Serie.


Leider ging es von hier an mit der Story bergab. Es schien, als würden die Filmrollen knapp und man müsse den Film zu einem schnellen Ende bringen. Man nahm Lara das Artefakt ab. Aber nein, nicht wie es in den Spielen jetzt gewesen wäre, wiederholen wenn nötig mit Gewalt, macht Lara gemeinsame Sache mit den Fieslingen, zumindest für den Moment. Dadurch hatte ich schon gar keine Lust mehr auf das große Finale, was mir eh etwas löchrig erschien.

Fazit:

Ein Film, der großartig begonnen hat, aber auch von Angelina gegen Ende nicht gerettet werden konnte, obwohl sie einen tollen Job gemacht hat. Und das war sogar trotz Voreingenommenheit erkennbar. Note 3 für den Film. Note 1- für Angelina.

Noten:
schauspielerische Leistungen: 2
Special Effects: 2
Story: 4
Gesamt: 3

Jans Kritik:



Der Film war Scheiße.

Naja, vielleicht nicht wirklich Scheiße. Na gut, er hatte seine Momente. Wenn ich es mir recht überlege,...

Aber ernsthaft:

Angelina war vielleicht nicht die optimale Besetzung für Lara, jedenfalls war neben der falschen Haarfarbe (ich dachte immer, Frauen haben kein Problem mit gefärbten Haaren?) ganz besonders die von Szene zu Szene wechselnde Oberweite auffällig. Andererseits hat sie einen wirklich soliden Job abgeliefert, wenn man die Lücken im Drehbuch mit in die Überlegung einbezieht. Und es war auch sicher nicht ganz einfach, an das perfekte - weil aus dem Computer stammende - Vorbild Lara heranzureichen.

Obwohl technisch auf sehr hohem Niveau bewegt sich der Film storymäßig leider nur auf den hinteren Plätzen meiner persönlichen Rangliste der Filme des letzten Jahres. Unnötige Rückblicke in Laras Vergangenheit und Erinnerungen an ihren Vater, die absolut gar nicht mit der Geschichte, so wie sie in den Booklets zu den Spielen geschildert wird, übereinstimmt, runden den Eindruck einer flüchtig hingeworfenen Junk-Food-Produktion ab. Und das hat Lara (und eigentlich auch Angelina) wirklich nicht verdient.

Dabei beginnt alles recht vielversprechend: Eine mysteriöse Uhr, ein Geheimbund von Bösewichten, ein fieser, schleimiger Oberschurke, den man gerne haßt (immer wichtig in dieser Art von Film), und sogar ein klein wenig Tomb Raiding in einer schummrigen Höhle irgendwo im Dschungel... Wären die Drehbuchschreiberlinge doch dabei geblieben! Aber nein, sie müssen Lara ja unbedingt mit den Fieslingen zusammenarbeiten lassen. Von Tomb-Raider-Feeling keine Spur mehr.

Fazit:

Alles in Allem ein technisch (beinahe) perfekter Film, aber leider nicht mehr. Auch gute Schauspieler können nichts daran ändern, daß dieser Film kein so hohes Spaß-Niveau erreicht wie die Spiele.

Und trotzdem, vielleicht schau ich ihn mir noch einmal an, und ändere meine Meinung dann. Aber bis dahin bleibt mein Urteil: 3-.

Noten:
schauspielerische Leistungen: 2-
Special Effects: 2
Story: 4-
Gesamt: 3-


Cobras Kritik:

Gut, den Namen haben sie richtig geschrieben.
Ich erwähne das, um als erstes etwas Positives berichten zu können, denn schon folgt der erste Fehler: Laras Augenfarbe, die nämlich ursprünglich braun ist. Kontaktlinsen wären doch nicht so schlimm gewesen, oder?
Wir alle kennen Laras typisches Kostüm: Braune Hotpants und ein grünes Shirt. Auch hiervon keine Spur.
Um pingelig zu werden: Auch ihre Haarfarbe ist mir zu dunkel, aber das nur nebenbei.
Der Einstieg ist hübsch gemacht; mit viel Action und schönen Stunts. Doch kaum zweckentfremdet "Lara" den Tötungsroboter, um Musik zu spielen fiel mir der nächste Fehler auf: Was da gespielt wird, ist R'n'B (oder HipHop?), wovon nicht bekannt ist, dass Lara diese Musik hört. Authentischer wäre Rock-Musik gewesen. (Sagen wir an dieser Stelle fairer Weise, dass ich HipHop, Rap, R'n'B und all das verabscheue.)
Nun wird uns Bryce vorgestellt, der Techniker im Film, der auch gut hereinpasst. Als Hillary ins Bild kam, machte er sich bei mir beliebt, indem er die Musik ausstellte. Danke!
Aber nanu?
Heißt Laras Butler denn nicht Winston und ist er nicht eigentlich ein alter Mann? Es folgt eine meiner Hass-Szenen in diesem Film. Hillary möchte aus Lara eine Lady machen? Ich darf daran erinnern, dass Lara dank guter Erziehung eine Lady ist und demnach nie im Leben nackt vor ihrem Butler herumlaufen würde.
Jetzt kommen die vermutlichen Gegner ins Bild. Klingt ganz interessant.
Zurück zu Lara (die die Füße auf dem Tisch hat. Erziehung!). In der nächsten Szene gedenkt sie ihrem Vater.
  1. Laras Vater heißt nicht Richard, sondern Henshingly. Klingt komisch, ist aber so!
  2. Er wird auch nicht vermisst, er ist nicht mal ein Archäologe gewesen! Er lebt!
  3. Wer das Booklet von TR1 liest, wird feststellen, dass Lara von ihren Eltern verstoßen wurde und sie zu ihnen somit kein gutes Verhältnis hat.
Eine Rückblende folgt, in der Lara noch ein Kind ist. (Eigentlich liebe ich Rückblenden, aber diese finde ich lächerlich.)
Laras Mutter ist übrigens auch nicht tot, sondern quicklebendig.
Als nächstes wacht Lara auf und zieht ein Messer unter ihrem Kissen hervor, was authentisch wirkt. (Ja, ich habe gerade etwas Positives geschrieben, ihr habt euch nicht verlesen.)
Sie findet eine Uhr (wobei sie eine Wand zertrümmert?), die Bryce aufschrauben will, aber Lara haut lieber mit einem Hammer drauf. (Feingefühl?)
Die nächste Szene, die ich bemängeln möchte, ist die, in der Lara zu der Versteigerung reingeht, sich hinsetzte und trotz missbilligender Blicke ihre Füße auf einen zweiten Stuhl packt. Diese Arroganz…unglaublich. (Nicht zu vergessen die Erziehungsfrage.)
Wir treffen auf Alex West, anscheinend Laras Ex-Freund, der ihr in der Vergangenheit wichtige Artefakte entwendet hat. Nennen wir ihn doch gleich Chase Carver.
Bei Laras abendlichen Turnübungen wird zu meiner Freude klassische Musik gespielt. Danke!
Es dringen Feinde in ihre Villa ein; es folgen sehr hübsche Action-Szenen. Als Lara einem Bösewicht mit dem Hinterrad des Motorrads dann auf die Rübe haut, machte mein Tomb Raider-Herz tatsächlich einen Hüpfer.

Die historische Geschichte des "Dreiecks des Lichts", worum es schließlich geht, klingt nicht sehr wissenschaftlich fundiert und somit nicht mein Geschmack. Aber das ist nur meine persönliche Meinung.
Wie Laras Wagen in Kambodscha landet, ist eine hübsche Idee, auch die folgende Dschungel- und Tempelkulisse ist sehr schön. Es folgen wieder nette Action-Szenen (Warum schreit sie auf dem Rammbock so?) und schließlich ruht sie sich in einem buddhistischen Kloster aus.
Dann entschließt sie sich mit den Feinden zusammenzuarbeiten. Wie einfallslos. Es soll nach Russland (?) gehen. Lara stolziert mit ihrer ersten Hälfte des Dreiecks zum Feind, wobei ich hierbei sehr an "Der Schuh des Manitu" erinnert wurde, als Santa Maria und sein Gefolge zum ersten Mal ins Bild kommen.
Mit Hundeschlitten (hübsch) geht es zum Finale. Alles erscheint sehr kalt und alle laufen in ihren dicken Jacken rum. Aber Lara wirft kurzerhand ihren Mantel ab und steht im T-Shirt da. Zu Anfang sieht man noch ihren Atem, später nicht mehr.
Komisches Klima.
Nach einigem Hin und Her zerschießt Lara das Dreieck. So ein mächtiges Artefakt lässt sich durch so etwas Simples wie einen Schuss zerstören?
Lara kloppt sich noch ein wenig mit Manfred Powell, der am Ende den Löffel abgeben muss.
Zurück in England machen Bryce und Hillary ein Foto von Lara im Kleid. Daraufhin servieren sie ihr die Pistolen auf einem Tablett und der Roboter vom Anfang erscheint. Ein hübsches Ende, wenn auch charakterlich unrealistisch.

Fazit:

Die Schauspieler haben ihre Sache gut gemacht und Angelina Jolie ist an den Fehlern in Laras Persönlichkeit nicht Schuld. Das, was man ihr vorgegeben hatte zu spielen, hat sie jedoch gut gemacht.
Die Spezial-Effekte waren gut gemacht, haben mich aber nicht sonderlich vom Hocker gehauen.
Die Geschichte ist meiner Meinung nach grottenschlecht, da sie mit Laras Vergangenheit zusammenhängt, die mehr als verändert wurde.
Zudem habe ich den Eindruck als wollte man eigentlich noch die Liebesgeschichte zwischen Lara und Alex hervorheben. Was herausgekommen ist: etwas, das nicht angefangen und nicht zu Ende gebracht wurde.
Die Action war gut, da sie jedoch wenig zur Handlung beiträgt, beeinflusst sie mein Gesamturteil nicht wesentlich.
Am Ende möchte ich noch ein Wort an diesen Idioten von Kostüm-Designer loswerden. Ich bin auch ein Fan von Schlichtheit, aber diese Kleidung war nichts als langweilig. (Außerdem wirkte Jolie darin wie eine Wurst, was man bei ihrer guten Figur wirklich nicht hätte tun müssen!) Laras Kleidung war immer einfarbig und öde geschnitten. Keine Muster oder ein Aufdruck, kein ausgefallener Schnitt. Da ist ja mein Kleiderschrank abwechslungsreicher.

Noten:
Schauspielerische Leistung: 3
Spezialeffekte: 3
Story: 5-
Gesamt: 4-